Banana Bread with Rum (Bananenbrot mit Rum)

Dieses Rezept ist schon das zweite Banana Bread auf diesem Blog, aber Banana Bread ist quasi ein amerikanisches Grundnahrungsmittel also kann man eigentlich nie genug Banana Bread Rezepte haben. Ich habe das Banana Bread schon ZWEI Mal die letzte Woche gemacht weil es so einfach und lecker ist und weil meine Bananen in der Hitze irgendwie doppelt so schnell reifen wie sonst und ich immer einen Überschuss an überreifen Bananen habe. Das Rezept ist durch die Butter, den Rum und da es ohne Eier gemacht ist auch sehr anders als das Banana Bread Rezept, das ich schon gepostet hatte. Das Rezept für dieses Banana Bread habe ich von dem tollen Wednesday Chef Blog. Eigentlich soll das Rezept auch mit Kokosnussraspeln gemacht werden, aber ich mag Kokosnuss nicht besonders und hatte auch keine da und habe die Kokos daher einfach weggelassen. Wer Kokosnuss mag, kann einfach dem Originalrezept folgen und eine halbe Tasse Kokosnussraspeln hinzufügen.

Da das Rezept auch demerara sugar beinhaltet und ich zuerst nicht wusste was das ist, bis mir Google gesagt hat, dass es im Grunde brauner Rohrzucker ist, habe ich mich mal etwas ausführlicher über die verschiedenen Zuckersorten informiert (das Internet ist ein schwarzes Loch an nutzvoller/nutzloser Information wenn ich eigentlich Excel Tabellen für Stata formatieren sollte…). Nun ja, ich bin bei meinen Zuckerrecherchen auf das brown-sugar-in-Deutschland Thema getroffen. Wer aufmerksam amerikanische Rezepte liest, wird festgestellt haben, dass brown sugar in fast allen amerikanischen Rezepten eine prominente Rolle spielt (Chocolate Chip Cookies, Crips, oder Carrot Cake kriegen erst durch den braunen Zucker den leckeren Geschmack). Wenn immer ich Leuten sage, dass ich amerikanische Rezepte in Deutschland backe, kommt von Amerikanern in Deutschland oft ein Aufschrei, wie schwierig es sei in Deutschland gute amerikanisch zu backen, weil die amerikanischen Zutaten, allen voran brauner Zucker, in Deutschland sehr anders sind als in den USA. Meine Englisch Lehrerin in der 9. Klasse hat für unsere Klasse oft Chocolate Chip Cookies gebacken (weil Holden Caulfield mit Chocolate Chip Cookies leichter zu verstehen ist?), aber NUR wenn sie vorher aus den USA das Mehl, den Zucker, und die Chocolate Chips bekommen hatte. Ich fand das immer sehr eigenartig, weil ich nicht verstanden habe, warum sie nicht einfach wie meine Mutter mit den deutschen Zutaten backen konnte.

Da ich in Deutschland aufgewachsen bin und meine Mutter alle ihre amerikanischen Rezepte für die in Deutschland verfügbaren Zutaten angepasst habe, ist es für mich normal mit deutschen Zutaten amerikanisch zu backen. Bevor das Internet Antworten auf alle Backfragen geben konnte (siehe meine demerara sugar Ahnungslosigkeit), wusste meine Mutter wie ihre amerikanischen Rezepte ins Deutsche übersetzt werden konnten. Ein typischer Backnachmittag in meiner Kindheit beinhaltete mindestens einen Ruf von „What is shortening?“ oder „What is baking soda?“ durch das Haus in Richtung meiner Mutter mit der simplen Antwort „Palmin Soft“ und „Natron“. Durch Übersetzen, Einfügen und Improvisieren habe ich Backen gelernt habe und meine Rezepte schmecken für mich daher mit den deutschen Zutaten erst „richtig“. Ich nehme deutsches Mehl, deutsches Backpulver, deutsches Natron, die doppelte Menge Vanillezucker für vanilla extract (und dafür etwas weniger normalen Zucker), braunen Rohrzucker für brown sugar und schneide, wenn ich Chocolate Chips haben will, eine Schokoladentafel in kleine Stücke. Als ich fürs College in den USA war, war ich sogar etwas überfordert von den amerikanischen Zutaten, die so anders waren als die meiner Kindheit und dem braunen amerikanischem Zucker, der steinhart wurde wenn man ihn eine Weile auflässt (ist das dann Reverse-Reverse-Reverse Culture Shock?).

Also ist meine Empfehlung fürs Nachbacken: Nehmt den Zucker, den ihr nehmen wollt! Wer Geld sparen will, kann amerikanischen braunen Zucker selber machen in dem er 200gr weißen Zucker mit 1 EL Zuckerrübensirup für eine Tasse braunen Zucker mischt. Wer faul ist, kann wie ich den braunen Zucker kaufen, der gerade im Laden zu kaufen war. Egal, welchen Zucker man nimmt, dieses Banana Bread sollte so bald wie möglich gemacht werden. Das Rezept mit mehr Bildern kommt wie immer hier:

Schritt 1: Die Butter und den weißen Zucker cremig schlagen, dann Essig und Rum hinzufügen (ich hatte nur weißen Rum, aber eigentlich soll man dunklen Rum nehmen).

Schritt 2: Mehl, Muskatnuß, Salz und Natron in einer anderen Schüssel zusammenmischen.

Schritt 3: Nachdem die pürierten Bananen und die Mehlmischung abwechselnd in die Buttermischung gekippt werden und der Teig GAAAAAAAAAAANZ wenig gemischt wurde (nicht übermischen, nicht übermischen, nicht übermischen), den Teig in eine Kastenform kippen und mit 1 EL braunen Rohrzucker bestreuen.

Schritt 4: Das Brot ca 45-55 bei 175C backen (bis ein Messer sauber herauskommt). Lecker, lecker, lecker.

Und hier das komplette Rezept:

Banana Bread with Rum

Rezept von Wednesday Chef adaptiert, die es widerum von diesem Buch hat.

Zutaten

  • 115 gr Butter bei Zimmertemperatur
  • 200 gr weißer Zucker
  • 1/8 TL Weißweinessig
  • 1 1/2 EL dunkler Rum
  • 3 große sehr reife Bananen
  • 230 gr Mehl
  • 1 TL Natron
  • 1/2 TL frisch geriebene Muskatnuß
  •  1 Prise Salz
  • 1 EL brauner Rohrzucker

Anleitung

  1. Ofen auf 175C vorheizen. Eine Kastenform buttern.
  2. Butter und Zucker cremig schlagen. Essig und dunklen Rum hinzufügen und gut mischen.
  3. Bananen pürieren und zur Seite stellen.
  4. Mehl, Natron, Salz, und Muskatnuß in einer kleinen Schüssel zusammenmischen.
  5. Abwechselnd Bananen und Mehlmischung der Buttermischung unterheben bis der Teig gerade so gemischt ist. Nicht übermischen.
  6. Teig in gefettete Kastenform kippen und bei 175C ca 45-55 Minuten backen oder bis ein Messer aus der Mitte des Banana Breads sauber heraus kommt. Abkülen lassen und aus der Kastenform kippen.

English Version

Banana Bread with Rum

Ingredients

  • 4 oz unsalted butter at room temperature
  • 1 cup granulated sugar
  • 1/8 teaspoon white wine vinegar
  • 1 1/2 tablespoons dark rum
  • 3 large very ripe bananas
  • 2 cups flour
  • 1 teaspoon baking soda
  • 1/2 teaspoon freshly grated nutmeg
  • pinch of salt
  • 1 tablespoon demerara sugar

Directions

  1. Preheat oven to 350F. Butter a standard-sized loaf pan.
  2. In a large bowl, cream butter and sugar. Add rum and white wine vinegar.
  3. Purée the bananas and set aside.
  4. In a separate bowl, mix flour, nutmeg, baking soda, and salt.
  5. Alternate pouring flour mixture and bananas into butter mixture; mixing after each addition. Mix until just combined. Do not overmix.
  6. Pour into rectangular loaf pan and sprinkle with demerara sugar and bake at 350F for 45-55 minutes or until a knife inserted near the center comes out clean. Let cool about 20 minutes and enjoy!
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Eine Antwort zu Banana Bread with Rum (Bananenbrot mit Rum)

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